Irgendwo im Nirgendwo 21: Servicestelle

Schulen besitzen viele Daten. Da kann man immer nachfragen.

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Irgendwo im Nirgendwo 19: Wie meine Schüler (nicht) sind

Wenn Schüler ihren Lehrer mit einer Portion Schlagfertigkeit kurz zum Verstummen bringen.

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Irgendwo im Nirgendwo 18: Reinlich

„Stell‘ deinen Rucksack doch einfach auf den Boden.“ Meine Kollegin hat sich an Aaron gewandt, der auf der Kante seines Stuhls kauert. Der Grund dafür ist sein Rucksack, den er hinter sich auf dem Stuhl abgesetzt hat und der nun einiges von der Sitzfläche einnimmt. Aaron beharrt auf seiner Lösung:

„Nein, der Boden ist schmutzig.“

Irgendwo im Nirgendwo 17:Tagesaktuell

In der Religionsarbeit sollen verschiedene Weltreligionen genannt werden. Es gibt eine ganze Zahl an skurillen Antworten, unter ihnen fndet sich auch die folgende „Religion“:

der Rassissiemus

Was für eine Ironie im Angesicht von mehr als 200 Übergriffen und Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte in diesem Jahr.

Irgendwo im Nirgendwo 16 – Herrschaftlich

Das antike Athen liegt ganz schön weit weg von der Welt unserer Schüler. Da dort aber die Wiege der Demokratie liegt, werden sie trotzdem damit behelligt. Auch in der Klassenarbeit. Es gilt, verschiedene Herrschaftsformen und deren Bedeutungen zu kennen. Die erste Bedeutung habe ich vorgegeben, meine Schüler müssen das Fachwort für die Königsherrschaft kennen. Gesucht ist die Monarchie. Im antiken Athen folgte darauf die Herrschaft einiger weniger Adliger, die Aristokratie.

Baran wusste beim Beantworten der Aufgabe offensichtlich noch, dass es nach dem König um die Adligen geht. Allein – das Fachwort und seine Bedeutung wollen ihm nicht einfallen. Also schreibt er zunächst an die passende Stelle: Adligen

Außerdem steht dahinter ein Sternchen, das mich auf die Rückseite des Blattes führt. Dort finde ich eine Erklärung vor: Das sind auch Herrschaften.

Irgendwo im Nirgendwo 15 – Frisch geschlüpft

In Religion Klasse 7 geht es um Flüchtlinge, die Schüler hatten vergangene Woche Redebdarf angemeldet. Wir unterhalten uns intensiv: Wo kommen sie her, warum verlassen Menschen ihre Heimat, wer kommt mit und wer nicht, was nehmen sie mit und warum wollen sie eigentlich zu uns?

Kurze Trinkpause und Astrid steht vor mir, hält mir einen kleinen Schnipsel ins Gesicht: „Gucken Sie mal Herr Alltagsarbeiter, ich habe ein Kücken gemalt!“

Es hat sogar noch ein Stück Eierschale auf dem Kopf.

Irgendwo im Nirgendwo 14 – Neue MitschülerInnen

Das neue Schuljahr hat begonnen und meine ebenso neuen Religionssiebener haben zwei Gastschülerinnen in ihre Klasse bekommen. Ana und Sofia kommen aus Portugal und werden uns eine Weile begleiten.

Marvin hat eine Nachfrage: „Sind die aus dem Asylantenheim?“

Auch Owen aus einer anderen siebten Klasse hat von neuen Mitschülern gehört – Stichwort Inklusion: „Kommen jetzt die Behinderten zu uns?!“

Unsere Schule inkludiert Schüler mit Förderbedarf in allen Jahrgängen und Lerngruppen, auch Owen geht mit einigen von ihnen in eine Klasse. Sie müssen ihm so normal vorkommen, dass er die „Behinderten“ offenbar seit zwei Schuljahren noch gar nicht bemerkt hat.