Jugendamtsblues III – Praktische Tipps

Wenn der Lehrer zweimal klingelt.

„Jonas aus meiner Klasse kommt seit Monaten überhaupt nicht mehr.“, sagt die Kollegin zu mir, während sie eine Anzeige ausfüllt. „Das ist wie bei dir. Ich habe auch schon beim Jugendamt angerufen, damit das sich mal mit der Familie befassen.“

Ich habe Jonas früher auch unterrichtet. Also, er war meine Schüler. Auf dem Papier. Gesehen habe ich ihn nur ganz selten.

„Und, was haben sie beim Amt gesagt?“

„Wenn mir das so wichtig wäre mit den Fehlzeiten, solle ich doch vorbeigehen und selbst nachschauen. Das war’s.“

„Ja, wirklichen Erfolg hatte ich da auch nicht. Wenn ich wegen meiner Schülerin beim Jugendamt angerufen oder was geschrieben habe, wurde abwiegelt oder nichts getan.“, meine ich.

„Ich bin sogar bei Jonas zu Hause gewesen“, erzählt sie weiter, „Ich habe da geklingelt, dann habe ich jemand hinter der Tür gehört. Dann habe ich nochmal geklingelt. Hat aber keiner aufgemacht. Am nächsten Tag dasselbe. Schreibe ich halt wieder eine Anzeige.“

Der Pausengong läutet, ein letzter Schluck Kaffee, Unterricht. Nur ohne Jana und Jonas.

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