Weltkriegsende

Es ist die Abschlussstunde zu Erich Kästners „Die Konferenz der Tiere“. Am Ende der Geschichte, die Kästner unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges geschrieben hat, schaffen es die Tiere, einer internationalen Versammlung von Regierungsvertretern einen Vertrag zur Zukunft des Planeten abzuringen.

Nach allem, was wir im Unterricht besprochen haben, soll meine Klasse diesen Vertrag selbst entwerfen. Sprich, die Kinder wiederholen die Folgeprobleme menschengemachter Konflikte und entwickeln Ideen, wie Alternativen zu kriegerischen Auseinandersetzungen sowie Ausbeutung von Mensch und Umwelt aussehen könnten. Am Ende schreiben sie daraus einen selbst formulierten Vertrag, der Ge- Verbote enthält. Wer fertig ist, verziert seinen Vertrag zu einem feierlichen Dokument.

Am Ende der Stunde steht Anna vor mir: „Herr Alltagsarbeiter, haben sie das extra gemacht mit dem Vertrag heute?“ Ich bin kurzzeitig verwirrt. Extra und heute? „Weil ich habe heute morgen zu Hause im Radio gehört, dass heute der Zweite Weltkrieg zu Ende war.“, erklärt sie mir. Weltkriegsende. Zukunft. Alternativen zum Bisherigen. Natürlich! Tatsächlich habe ich aber gar nicht daran gedacht, die Stunde und das historische Datum sind zufällig zusammengekommen.

Ich Schelm stelle das als pure Absicht hin. Und für Annas Transferleistung gibt es ein Sternchen in meiner Schülerdokumentation.

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