Peinlich!

Nachdem Sarinas Klassenarbeiten in der Vergangenheit häufig schwach ausfielen, hellt sich ihre Miene bei der Rückgabe der Religionsarbeit sichtbar auf. Sie hat eine gute Drei geschrieben und die Erklärung dafür ruft sie voller Staunen über die Note in den Raum:

„Ich hab‘ zum allerersten Mal gelernt! Ich hab‘ mir am Wochende gesagt: ‚Sarina, du musst dich jetzt hinsetzten und lernen!'“

Eine Woche später findet der Elternsprechtag an unserer Schule statt, Sarinas Mutter ist zusammen mit ihrer Tochter und deren Großmutter erschienen. Ein echtes Familiengespräch. Und zumindest für meinen Unterricht kann ich berichten, dass die Dinge eigentlich ganz gut laufen. Klar, Sarina ist im sechsten Jahrgang inzwischen ein frühpubertäres Mädchen, dass sich ganz bestimmt darüber bewusst ist, dass alle Jungen der Klasse ihr bereitwillig hinterher laufen. Aber während der letzten Stunden erlebte ich  eine weitgehend unproblematische Schülerin, das war in der Vergangenheit nicht immer so.

Sarinas Mutter strahlt, mit solchen Nachrichten hatte sie nicht gerechnet. „Hab‘ ich dir doch gesagt, dass Herr Alltagsarbeiter das schon zu mir gesagt hat!“, setzt Sarina in ihre Richtung nach. Auch die Großmutter bricht in Freude über ihre Enkelin aus, will sie in den Arm nehmen und küssen. Schnell schiebt Sarina sie weg und verzieht das Gesicht:

„Oma! Nicht hier!“

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