Schläge

„Aber der hat mich provoziert!“ David wiederholt das immer wieder, ihm stehen die Tränen in den Augen. David kann mit Frustration und Provokation kaum umgehen, jeder kleine Pieckser führt zu einem Schwall von Wut, der sich Bahn brechen muss. Es scheint, als müsste er ein Druckventli öffnen. Diese Wut reagiert David häufig über seine Fäuste ab, folglich ist er ein wiederholter Gast auf Klassenkonferenzen. Auch wenn er manchmal kurzzeitig einsieht, dass Gewalt bei uns kein akzeptiertes Mittel (an manchen Tagen wage ich nicht zu fragen, wie das bei manchen Kindern zu Hause aussieht) zur Konfliktlösung ist, alsbald führen seine Fäuste wieder ein Eigenleben.

Und David ist oft in Konflikte verwickelt, so auch heute auf dem Pausenhof. Ob ihn jemand provoziert hat oder ob er sich nur grundlos provoziert fühlt, ist nicht mehr auszumachen. Auf jeden Fall muss der Druck abgebaut werden, doch das geht nicht: Ein Kollege hat die Situation erkannt und hält den Sechstklässler vom Zuschlagen ab. So nehmen Wut und Druck einen anderen Weg. So laufen David die Tränen über sein Gesicht, weil er seinen Mitschüler nicht schlagen darf.

„Aber der hat mich provoziert!“

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